OpenDoor beim Center For Entrepreneurship, Bielefeld (CFE)

Wahl des Netzwerks

Kurz nach der Ideenpräsentation recherchierte ich das Gründungsstipendium NRW noch einmal genauer: Für die Bewerbung und enge Betreuung bei möglicher Förderung müsste ich mir ein lokales Gründungsnetzwerk suchen.

In Bielefeld gibt es fünf Stück davon:

Die Founders Foundation (ein Projekt der Bertelsmann-Stiftung), das STARTERCENTER NRW Ostwestfalen bei der IHK Ostwestfalen und Handwerkskammer OWL, das Zentrum für Unternehmensgründung der Universität Bielefeld und das Center For Entrepreneurship (angegliedert an die FH Bielefeld).

Die naheliegendste Wahl wäre wohl die Founders Foundation gewesen. Ein Glück, dass ich bereits mehrfach vor Ort zu Veranstaltungen war und herausfinden konnte, dass ich mich in der dort gelebten StartUp-Kultur nicht wohlfühle. So viele Anglizismen, so viel Coolness, menschlich eher kühl, stark technikaffin, Pizza und Kicker… da passe ich einfach nicht hinein.

Meine nächste Wahl war das CFE. Als (aktuelle und auch ehemalige) Studentin im Fachbereich Gestaltung kann ich die Beratung dort in Anspruch nehmen. Kurzerhand meldete ich mich direkt mit einigen Fragen für den nächsten freien Beratungstermin zwei Tage später an.

In welches OWLer Gründungsnetzwerk passe ich mit meiner Idee am besten? Ist das CFE der richtige Ansprechpartner?

Wie kann ich mich auf die Stipendienbewerbung vorbereiten?

Kommen andere Fördermöglichkeiten in Frage?

Wie sehen die nächsten Schritt aus (Was kann/ sollte ich bereits alleine vorbereiten und was in Betreuung mit dem jeweiligen Netzwerk?)

Auszug aus meiner Mail

Kleiner erfreulicher Zufall auf dem Weg oder auch ein typisches „Bielefeld ist ein Dorf„: Eine beim CFE tätige Beraterin, Dr. Stefanie Pannier, kenne ich noch aus meinem ersten Gemeinschaftsbüro in der Rohrteichstraße. Knapp ein Jahr haben wir dort gemeinsam gearbeitet, danach verließ sie die Räumlichkeiten, um für die Fachhochschule zu arbeiten – ich übernahm ihren Büroraum.

Das Gespräch

Im Zoom-Call lerne ich Stefanie und ihren Kollegen Nikolas in ihrer Beratungsrolle kennen. Das Zweier-Gespann gefällt mir extrem gut, da sie sich durch verschiedene Sichtweisen ergänzen. In mir steigt ein Gefühl von Umsorgung auf. Denn diese Gespräche werden schnell sehr wertvoll für mich, zahlen muss ich dafür jedoch nichts. Das ist doch verrückt!

Nach einem kurzen Kennenlernen von beiden Seiten umreiße ich meine Idee, stelle mich Nachfragen und bekomme sehr direktes Feedback.

Extrem spannend“ sind die ersten Worte, die fallen. Bekräftigend ist für mich auch der kleine Blick in die Vergangenheit von Stefanie auf meine erste Gründung mit dem Schriftstudio. Sie hat sich damals gefragt, wie man mit Schrift Geld verdienen will. Es war ihr schleierhaft.

Du hast gezeigt, dass es geht.

Es entsteht auch ein gegenseitiges Gespräch im Austausch über Trauer. Das Thema ist den beiden nicht fremd und ich merke jetzt schon, dass auch ihre persönlichen Erfahrungen für den Austausch sehr wertvoll sind.

Ein paar Gedanken und Notizen, die ich mitnehme:

  • Da ist ein Markt / Bedürfnisse erkennen
  • Handschrift-Rekonstruktion: originelle Idee, die viele Emotionen auslöst
  • Kreativ gemeinsame Prozesse und Erlebnisse anregen für Trauernde / Gemeinschaftliche Aktionen – auch vor Ort
  • Die Art und Weise, wie kommuniziert wird skizzieren
  • Therapeutische Preise recherchieren (z.B. Kunsttherapie)
  • Modularer Aufbau (Leistungen, die bereits ohne Weiterbildung gehen, auch schon anbieten)
  • Chance auf Förderung ist besonders hoch, wenn die Kombination aus Gestaltung, Produkten UND Begleitung erfüllt wird (Einzigartigkeit)
  • Schwerpunkt im gesellschaftlichen Wert
  • Perspektive und Zielsetzung skizzieren (Stipendium: Nach 12 Monaten marktfähig sein)
  • Möglichkeit die Gründung und eine Bachelorarbeit zu kombinieren, Businessplan und/ oder Gestaltung (Empfehlung zum Ende der Förderzeit wegen abgabepflichtiger Stipendiengelder)
  • Kontakt zu Bestattungshäusern in der Region: Austauch aufnehmen, mit Beispielen ins Gespräch gehen

Die konkreten Fördermöglichkeiten des CFE

  1. Begleitende Förderung: Bei Fragen rund um die Gründung kann ich mich generell jederzeit zu einem Beratungstermin anmelden.
  2. Interner Ideenwettbewerb „Initialzündung: Auf zwei Seiten wird eine Ideenskizze zur Gründung eingereicht. Beim Wettbewerb kann man Sachpreisen und ein Platz im Inkubator gewinnen. Stefanie und Nikolas legen mir eine Teilnahme sehr ans Herz.
  3. Intensiv-Förderung „Inkubator: Bewerben kann man sich auch auf Plätze im einjährigen Förderprogramm, das Ende März/ Anfang April in die nächste Runde geht. Zwei erfahrene Coaches begleiten das Projekt intensiv und individuell bis zur Marktreife. Neben Business- und Persönlichkeitscoachings beinhaltet das Programm auch Workshops, Mentoren-Begleitung aus der Wirtschaft und ein Gründungscamp. Eine riesige Chance! Sollte ich das Stipendium erhalten, bin ich automatisch auch in diesem Programm dabei.
  4. Hilfe bei der Stipendien-Bewerbung: Stefanie und Nikolas erklären mir, worauf es im Prozess ankommt. Sie bieten mir an, die Papiererstellung eng mit zu begleiten: Ab Mitte Januar treffen wir uns reaktiv alle zwei bis drei Wochen, um die Bewerbung zu verfeinern.

Der weitere Plan

Ich werde beim CFE internen Wettbewerb teilnehmen und mich Mitte Januar mit einer ersten Skizze für die Stipendienbewerbung bei Stefanie und Nikolas melden. Bis dahin schreibe ich bisheriges Feedback und Ideen in diesem Blog zusammen.

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